Samstag, 20. Juni 2026

Morgensterns Vision unserer Handy-Krankheit

 

Das Warenhaus

Palmström kann nicht ohne Post
            leben:
Sie ist seiner Tage Kost.

Täglich dreimal ist er ganz
            Spannung.
Täglich ists der gleiche Tanz:

Selten hört er einen Brief
            plumpen
in den Kasten breit und tief.

Düster schilt er auf den Mann,
            welcher,
wie man weiß, nichts dafür kann.

Endlich kommt er drauf zurück,
            auf das:
›Warenhaus für Kleines Glück‹.

Und bestellt dort, frisch vom Rost
            (quasi):
ein Quartal – ›Gemischte Post‹!

Und nun kommt von früh bis spät
            Post von
aller Art und Qualität.

Jedermann teilt sich ihm mit,
            brieflich,
denkt an ihn auf Schritt und Tritt.

Palmström sieht sich in die Welt
            plötzlich
überall hineingestellt...

Und ihm wird schon wirr und weh...
            Doch es
ist ja nur das – ›W.K.G.‹

Christian Morgenstern

Morgensterns Gedichtbändchen „Palmström“ ist 1910 erschienen. An diesem Gedicht sieht man, wie sich die Zeiten ändern (die Post kam dreimal täglich), die Menschen aber immer noch die gleichen Wünsche und Hoffnungen haben: bemerkt zu werden, anderen etwas zu bedeuten, heute allerdings in elektronischer Form, dabei von viel Spam belästigt.



Samstag, 9. Mai 2026

Spargel und Pils

Überall kann man Empfehlungen lesen, welcher Wein zum Spargelessen passt. Was man nicht lesen kann, ist meine Erfahrung, dass ein Pils zum Spargel (mit Soße, Schinken und Kartoffeln) jeden Wein schlägt: Das herbe Pils ist die optimale Begleitung zu einem Spargelessen.

Montag, 6. April 2026

Zillikens wird Ehrenbürgermeister in Jüchen

Liebe Mitbürger von der CDU,

da habt ihr es doch noch geschafft, Herrn Zillikens zum Bürgermeister zu machen, wenn auch nur zum Ehrenbürgermeister, obwohl die dämlichen Wähler ihn entgegen eurer Wahlempfehlung und der eurer Vasallen nicht gewählt haben. Noch schlimmer: Die Bürger haben ihn abgewählt. Das sieht man, wenn man die Wählerwanderung vom ersten zum zweiten Wahlgang betrachtet: Die Bürger haben eigentlich nicht Herrn Sieben gewählt (das hätten sie auch im ersten Wahlgang tun können), sondern haben ausdrücklich Herrn Zillikens nicht gewählt. Trotzdem macht ihr ihn mit eurer Mehrheit im Rat zum Ehrenbürgermeister. Damit setzt ihr euch über das Votum der Wähler hinweg, in gekränkter parteipolitischer Eitelkeit.

Ihr argumentiert, Herr Zillikens habe sich große Verdienste erworben. Aber dafür ist er in der Gehaltsstufe B 4 im Endgehalt mit knapp 9.900 Euro/Monat nicht schlecht bezahlt worden. Außerdem hat er sich einen persönlichen Assistenten genehmigt, der die Stadt (wie ich hörte) 100.000 Euro/Jahr gekostet hat oder hätte. Die Verdienste von Herrn Zillikens sind also bereits reichlich vergütet worden.

Ein anderer Aspekt: Indem ihr euch aus Parteipolitik über die Entscheidung der Bürger hinwegsetzt, gießt ihr Wasser auf die Mühlen der AfD. Bedenkt ihr so etwas nicht?

Mit freundlichen Grüßen,

Norbert Tholen

Dienstag, 17. Februar 2026

Preise in der (Adler-)Apotheke [Jüchen]

Verschreibungspflichtige Medikamente haben feste Preise, die sind in allen Apotheken gleich; hier gibt es nur bei verschiedenen Firmen unterschiedliche Preise.
Interessant wird es bei den Medikamenten, die nur apothekenpflichtig, aber nicht verschreibungspflichtig sind; hier können die Apotheken vom empfohlenen Preis abweichen. So habe ich für die Salbe Multilind (50 g) in der Adler-Apotheke in Jüchen 21,49 € bezahlt - in einer anderen Apotheke gibt es die Salbe für 10,57 €, also für weniger als die Hälfte. Die Apothekerin, Frau Zevaert, nannte allerlei fadenscheinige Gründe für den hohen Preis; aber in Zukunft kaufe ich apothekenpflichtige Medikamente nur noch im Internet. Da kommt zwar das Porto (3,99 oder 4,99 €) hinzu; aber wenn man mehrere Dinge kauft, fällt das nicht mehr ins Gewicht, und selbst mit Porto ist es noch deutlich billiger als in Jüchen.
Die günstigsten Preise erfährt man in einem Vergleichsportal für Medikamente, etwa bei www.medizinfuchs.de, www.billiger.de oder www.geizhals.de.
Die anderen Vergleichsportale für Medikamente taugen nicht viel.

Dienstag, 9. Dezember 2025

Rentenversicherung und SPD: Milchmädchenrechnung

Beim Streit um die Sicherung der Rente blubbern viele Leute "schlaue" Ideen, über die sie nicht drei Minuten nachgedacht haben. Ich nehme nur den Vorschlag, man solle auch die Beamten in die Rentenversicherung einzahlen lassen, das stabilisiere das System.

Erstens stabilisierte diese Maßnahme das System nur, bis die Beamten ebenfalls ihre Rente aus der Versicherung erhielten, und würde es dann erheblich belasten. Zweitens und entscheidend: Diese Maßnahme würde das Gehalt der Beamten um 9,3% kürzen - wer lässt sich eine solche Gehaltskürzung gefallen? Und der Staat (das Land, die BRD) müsste für alle Beamten 9,3% als anteiligen Beitrag zahlen - gibt es genug Geld dafür? Und wenn das Gehalt der Beamten um den Betrag dieses Beitrags aufgestockt würde, kämen noch mal rund 10% Staatsausgaben in der Beamtenbesoldung hinzu. Von diesen finanziellen Problemen redet in der SPD kein Mensch, wenn man dort forsch überlegt, "auch die Beamten" in die Rentenkasse einzahlen zu lassen. 

Wie sagte Franz Müntefering? "Volksschule Sauerland" - da lernte man offensichtlich mehr als heute in den von SPD-Größen besuchten Gymnasien.

Sonntag, 7. Dezember 2025

Museum in der Burg Stolberg

Heute waren wir im Museum in der Burg Stolberg/Rheinland (https://burg.stolberg.de/): ein kleines, aber feines Museum zur Industriegarbeit in der Geschichte Stolbergs (Messing, Glas) und zu zwei Handwerken (Böttcher und Schuster). Die Arbeit der Industrie und die Böttcherei werden nicht nur durch Werkzeuge und Produkte vorgeführt, sondern auch in kurzen Filmen vorgestellt. Außerdem kann man durch die Burg marschieren und in mindestens einer Stube Kaffee trinken. Von der Burg aus kann man dann noch in Richtung Altstadt pilgern.

Elektrotechnik Kusch, Jüchen - Erfahrung

Axel Kusch ist ein kompetenter und hilfsbereiter Elektriker; er hat unseren defekten Bewegungsmelder schnell repariert und "für die zwei Minuten Arbeit" auf eine Bezahlung verzichtet. Ich kann Herrn Kusch als Elektriker nur empfehlen.